Tarifvertrag versorgungsbetriebe

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Posted by lapi | Posted in Uncategorized | Posted on 06-08-2020

Nach einem kurzen Überblick über die Entwicklungen in 19 Ländern der Europäischen Union und Norwegen bei einigen wichtigen öffentlichen Versorgungsunternehmen (öffentlicher Nahverkehr, Strom, Gas, Wasser und Festnetztelefonie) im Hinblick auf die Würdigung der strukturellen Veränderungen seit Anfang der 90er Jahre wird sich diese vergleichende Studie auf die Arbeitsbeziehungen im Strom- und Festnetztelefoniesektor konzentrieren. Die Analyse wird sich insbesondere mit der Struktur der Vertretung und der Tarifverhandlungen sowie mit den Inhalten der jüngsten Tarifverträge und Arbeitskampfmaßnahmen befassen. Die Studie stützt sich hauptsächlich auf Beiträge der nationalen Zentren der Europäischen Beobachtungsstelle für Arbeitsbeziehungen (EIRO) in den betreffenden Ländern. Beispiele für gewerkschaftliche Rivalitäten nach Privatisierung und Liberalisierung sind Dänemark, wo es trotz einer starken Tradition der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gewerkschaften Fälle von gerichtlichen Konflikten gegeben hat, insbesondere zwischen Gewerkschaften des öffentlichen und des privaten Sektors (DK0302103F). Die Zugehörigkeit zur gleichen Vereinigung der potenziell widersprüchlichen Gewerkschaften kann unter vielen Umständen organisatorische Ressourcen bereitstellen, um Streitigkeiten unter Kontrolle zu halten. So wurde in Deutschland im November 2000 eine Vereinbarung von den verschiedenen Gewerkschaften unterzeichnet, die sich im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) angehören. Die Vereinbarung sieht die Bildung einer gemeinsamen sektoralen Arbeitsgruppe (Branchenarbeitskreis) vor, wenn mehr als einer der Unterzeichner organisatorische und tarifliche Verhandlungspflichten in einer bestimmten Verhandlungseinheit hat; die Arbeitsgruppe muss alle relevanten Gewerkschaften einbeziehen (DE0012297F). Ein wichtiger Aspekt der Veränderungen bei den öffentlichen Versorgungsunternehmen seit den 1990er Jahren ist der Übergang von einer Situation direkter öffentlicher Kontrolle zu lockereren und indirekteren Formen der Governance, zu denen ein erheblicher Einsatz von Marktmechanismen, Wettbewerb und oft mehr oder weniger unabhängigen Regulierungsbehörden wie Agenturen oder Behörden (TN9912201S) gehört. Sowohl die anfängliche als auch die derzeitige Regelung unterscheiden sich von Land zu Land, was den Grad der staatlichen Intervention und den Wettbewerb betrifft. Die obige Beschreibung der allgemeinen Trends gilt jedoch in der Regel für die meisten untersuchten Länder hier – nicht zuletzt, weil die Europäische Union spezifische Liberalisierungspolitiken im Energie-, Telekommunikations- und Verkehrssektor sowie für Postdienste verfolgt hat.

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